Vermögensteuern in der sozialökologischen Transformation

Kurzinfo

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ulrich.klueh@h-da.de

Projektleitung

Projektbearbeitung

  • Dr. Bedia Sahin

Kontext

Die Länder des globalen Nordens und Südens stehen vor einer der größten Herausforderungen ihrer Geschichte: Dem Aufbau einer Wirtschaftsstruktur, die mit den planetaren Grenzen im Einklang steht. Verteilungsfragen werden oft nur als Nebenbedingung einer erfolgreichen „techno-ökologischen“ Transformation angesehen, bspw. im Rahmen des Europäischen Green Deal. Dementgegen stehen Entwürfe eines „sozial-ökologischen“ Green New Deal, die eine Bewältigung der ökologischen Krise nur für möglich halten, wenn Verteilungsaspekte in den Mittelpunkt der Wirtschaftspolitik gerückt werden. Die steuerpolitische Auseinandersetzung spiegelt diese unterschiedlichen Ansätze wider. Im Zentrum der meisten Vorschläge stehen Verbrauchs- und klassische Emissionssteuern, Vermögensteuern sind ein wichtiges Element der Vorschläge eines grundsätzlicheren Umbaus der Wirtschaft. In beiden Fällen besteht hingegen Aufklärungsbedarf im Hinblick auf die tatsächlichen Wirkungen von Vermögensteuern.

Fragestellung

Die Frage, welche sozial-ökologischen Wirkungen von einer zunehmend ungleichen Vermögensverteilung und von einer entsprechenden Vermögensbesteuerung ausgehen, ist bisher unzureichend beantwortet. Das Projekt füllt diese Lücke, indem es untersucht, welche Rolle Vermögensteuern bei einer sozial-ökologischen Neuausrichtung der öffentlichen Finanzen spielen könnten. Es nimmt die politökonomischen sowie die umwelt-, beschäftigungs- und wachstumspolitischen Dimensionen einer vermehrten Besteuerung von Vermögen ganzheitlich in den Blick. Welche Ansatzpunkte bieten Vermögensteuern zur Erzielung ökologischer Steuerungswirkungen? Welche Effekte sind von unterschiedlichen Besteuerungsformen auf Verteilungsmaße, Beschäftigung und Wirtschaftsleistung zu erwarten? Wie wirken sich Vermögensteuern auf die Akzeptanz sozial-ökologischer Politik aus, und welche Rolle spielen sie im Hinblick auf die Macht- und Demokratiefragen, die im Zuge einer „großen“ Transformation unvermeidlich sind?

Untersuchungsmethoden

Das Projekt kombiniert quantitative und qualitative Methoden sowie wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Perspektiven. Der wirtschaftswissenschaftliche Teil der Untersuchung ergänzt finanzwissenschaftliche Betrachtungsweisen mit quantitativ-ökonometrischen Ansätzen, bspw. aus dem Bereich der experimentellen Ökonomik. Im sozialwissenschaftlichen Teil der Analyse werden die Resultate der ökonomischen Untersuchung eingebettet, um die Praxisrelevanz der Ergebnisse sicherzustellen. Hier erfolgt die Analyse sowohl auf Basis einer Auswertung wissenschaftlicher, politischer und aktivistischer Texte und Meinungsbeiträge, als auch anhand von Interviewserien.