ZNWU Discussion Papers

Forschungsarbeiten der ZNWU Fellows erscheinen im Regelfall zunächst als ZNWU Discussion Paper. Die Discussion Papers tragen somit zu einer großen Verbreitung unserer Nachhaltigkeitsforschung bei. Ziel ist es, ein möglichst vielfältiges Feedback aus der Forschungsgemeinde zu erhalten und unserer Forschung so zur Publikationsreife zu führen.

Wie können wir den Staat vor dem Hintergrund der transformativen Herausforderungen des Klimawandels, der planetarischen Grenzen und des technologischen Fortschritts stärken? Dieses Discussion Paper untersucht diese Frage durch eine grundlegende Analyse der Dimensionen der demokratischen Politik und des "Managements" der öffentlichen Angelegenheiten. Das Discussion Paper argumentiert, dass die Handlungsfähigkeit des Staates unter dem Verkümmerung der antagonistischen Dimension  demokratischer Politik leidet. Gleichzeitig legt der Staat selbst oft ein zu enges Korsett an, indem er seinen finanziellen Spielraum einschränkt und den zentralen öffentlichen Verwaltungsorganisationen mit einem erheblichen Maß an Unabhängigkeit ausstattet, das nicht durch ein ähnlich ausgeprägtes System der öffentlichen Rechenschaftspflicht abgesichert wurde.

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Diversity und Chancengleichheit zählen mittlerweile zu den etablierten Themenfelder in der organisationalen Praxis. Dabei wird dem öffentlichen Sektor als größtem Arbeitgeber in Deutschland eine Vorreiterrolle zugeschrieben, auch wenn er diesbezüglich noch Entwicklungspotenzial hat, was die wenigen Studien im deutschen Kontext vermuten lassen. Diese Studie untersucht, welche organisationale Kontextfaktoren sich für die Diskriminierungserfahrung von LGBTIQ*-Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung als relevant erweisen (N=15 problemzentrierte Interviews mit LGBTIQ*-Beschäftigten aus acht Kommunalverwaltungen). Die Gesprächspartner*innen erleben unterschiedliche Formen von Diskriminierung, schätzen diese jedoch generell als eher gering ein. Sie empfinden weiche Faktoren für das Diskriminierungserleben am relevantesten, die allerdings Arbeitgeber nur schwer beeinflussen können, wie das Arbeitsklima sowie die persönliche Einstellung und Haltung der Führungskräfte. Danach folgen interne, gestaltbare Faktoren wie Diversitymaßnahmen und Teamzusammensetzungen. Bedeutsam scheint vor allem das Zusammenspiel der einzelnen Faktoren und deren (gelungene) Komposition zu sein. Die Diskriminierungserfahrung von LGBTIQ*-Beschäftigten ließe sich daher grundsätzlich von den Leitungsorganen in der öffentlichen Verwaltung positiv beeinflussen. Zudem steigern die mit den Diversitymaßnahmen verbundenen Signale das Arbeitgeberimage des öffentlichen Sektors.

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Stress und psychische Belastungen sind dominante Phänomene der modernen westlichen Gesellschaften und spielen auch bei Studierenden eine immer größer werdende Rolle. Im betrieblichen Umfeld bestehen hierzu bereits vielfältige Konzepte, die der Reduktion von Stress und dem Aufbau von Resilienz dienen und in der Regel gibt es auch eine hohe Aufmerksamkeit von Seiten des Managements und der Führungskräfte. Dagegen sind diesbezügliche Aktivitäten an Hochschulen eher selten und vor allem wenig systematisch aufgebaut. Vor diesem Hintergrund führten Prof. Dr. Werner Stork und Prof. Dr. med. Silke Heimes zusammen mit dem Lehrbeauftragten und Achtsamkeitstrainer Helmut Aatz und fünf studentischen Mitarbeitenden (Sarah Allagha, Jens Boll, Stella Brug, Paul Hoffmann und Maximilian Rasch) ein Projekt zur Entwicklung von geeigneten Konzepten sowie zur Erforschung der potentiellen Wirkungen auf das Stressempfinden und die Resilienz von Studierenden durch. Die Ergebnisse der Studie RODS II bestätigen, dass sich eine Achtsamkeitspraxis bei Studierenden eignet, um die Stressbelastung zu reduzieren und die Resilienz zu fördern. Aus der Studie lässt sich die Empfehlung ableiten, Achtsamkeitskurse an Hochschulen, Universitäten und Ausbildungsstätten systematisch und fest in die Lehraktivitäten für alle Studierenden zu verankern.

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Der Artikel untersucht regionalpolitische Fragen an der Schnittstelle von Wirtschaftsgeographie und neuerer wissenschaftlicher Literatur zur politischen Ökonomie der Digitalisierung. Ziel ist es, diese beiden Forschungsbereiche miteinander zu verbinden, um eine erste Reihe vorläufiger politischer Implikationen für so genannte "Smart Region"-Strategien abzuleiten. Zunächst dokumentieren und analysieren wir die Feststellung, dass die Digitalisierung und ganz allgemein der technologische Fortschritt auf der Grundlage der Informations- und Kommunikationstechnologien für viele Regionen eher ein Risiko als eine Chance darstellt. Vor dem Hintergrund der Rolle der Akkumulation von Humankapital in diesem Prozess sollten "Smart Region"-Strategien ihre Aufmerksamkeit wieder auf die Ansiedlung und Entwicklung von "digital kompetentem" Humankapital richten. Zweitens fassen wir zentrale Ergebnisse von Studien zusammen, die sich mit dem kapitalistischen Akkumulationsregime befassen, das im Zuge des digitalen Wandels entsteht. Dieses Regime, das oft als "Plattformkapitalismus" oder "Überwachungskapitalismus" bezeichnet wird, scheint dem entgegenzustehen, was als eine integrale und funktionale regionale Wirtschaft angesehen wird. Vor diesem Hintergrund sollten die Regionen Forderungen nach einer raschen Integration in dieses Regime mit viel Skepsis begegnen. Ebenso sollten sie sich davor hüten, "kluge" Initiativen voreilig zu ergreifen. Stattdessen sollten sie ihre eigene Definition von digitaler Kompetenz entwickeln und bewusst Alternativen zum Plattformkapitalismus in ihre digitalen Strategien einbeziehen. Die Gewinnung von digital kompetentem Humankapital kann einen solchen Ansatz unterstützen, insbesondere wenn die jeweiligen Initiativen auf den öffentlichen, den Bildungs- und den gemeinnützigen Sektor ausgerichtet sind.

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Stress und psychische Belastungen sind dominante Phänomene der modernen westlichen Gesellschaften. Aktuelle Studien der Krankenkassen belegen, dass es auch im Studium zu sehr hohen Stressbelastungen kommt. Dies kann zu schwerwiegenden Krankheiten führen und mindert die Leistungsfähigkeit. Die Analysen zeigen, dass die Belastungen durch Stress bei Studierenden höher liegen als in der „Normalbevölkerung“ und dass diese Entwicklungen an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) besonders alarmierend sind. Der Fachbereich Wirtschaft der Hochschule Darmstadt hat vor diesem Hintergrund ein Pilotprojekt mit Maßnahmen zum besseren Umgang mit Stress und zur Förderung der Resilienz durchgeführt. Die Maßnahmen wurden über quantitative und qualitative Methoden wissenschaftlich begleitet. Die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Studierenden konnten überzeugend nachgewiesen werden. Seit dem Sommersemester 2019 sind deshalb die neuen Lehr- und Trainingselemente zur Resilienz als ein fester Bestandteil im Curriculum des Studiengangs Betriebswirtschaftslehre B.Sc. an der Hochschule Darmstadt verankert.

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Im Jahr 1974 verunsicherten eine Reihe von Bankenkrisen viele der größten Volkswirtschaften der Welt. Die Prominenteste,
die Herstattkrise in Deutschland, verursachte große Schockwellen durch das entstehende globale Finanzsystem. Rückblickend markiert die Krise den Beginn eines langen Trends der diskontinuierlich steigenden Finanzinstabilität, der in der Krise 2007/08 gipfelte. Im Rückblick scheint die Krise ein Vorspiel oder Vorwort zu sein, wenn nicht sogar das erste Kapitel einer sich abzeichnenden Ära der Finanzialisierung und der Bankenverwirrung. Als solches hätte es die Reaktion derjenigen beeinflussen können, die die finanzielle Instabilität analysieren und darauf reagieren. Aber wie haben zeitgenössische Beobachter die Episode tatsächlich interpretiert und kontextualisiert? Welche Auswirkungen hat das auf die professionelle Sichtweise und die Politik für den Finanzsektor? Mit Schwerpunkt auf Deutschland überprüfen wir eine umfangreiche Sammlung von Zeitdokumenten, um die Auswirkungen der Krise von 1974 auf die Erwartungen der Experten an Banken und Finanzen zu analysieren.

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